Inhalt
- Warum es sich lohnen kann, ein Startup zu kaufen
- Startup kaufen oder selbst gründen?
- Investor oder Unternehmer: Welche Rolle passt zu dir?
- Welche Arten von Startups stehen zum Verkauf?
- Startup kaufen: So findest du passende Angebote
- Die 7 wichtigsten Prüfpunkte vor der Übernahme
- Warnsignale: Wann du die Finger davonlassen solltest
- Share Deal oder Asset Deal?
- Den richtigen Preis finden
- Finanzierung der Übernahme
- Vertrag und Übergabe
- Die ersten 100 Tage nach dem Kauf
- Fazit: Startup kaufen mit klarem Plan
- Häufige Fragen zum Kauf eines Startups
Statt bei null anzufangen, übernimmst du ein Unternehmen, das bereits Kunden, Umsatz und ein funktionierendes Produkt hat. Ein Startup zu kaufen kann der schnellere Weg in die Selbstständigkeit sein – oder eine sinnvolle Ergänzung für dein bestehendes Business.
Doch hinter jedem Angebot steckt eine Geschichte. Warum verkaufen die Gründer? Wie stabil sind die Zahlen? Und was passiert, wenn das Team nach der Übernahme geht? In diesem Ratgeber zeigen wir dir, worauf du achten musst, damit aus der Übernahme ein Erfolg wird.

Warum es sich lohnen kann, ein Startup zu kaufen
Eine Neugründung braucht Zeit: Produkt entwickeln, Markt testen, erste Kunden gewinnen. Bei einer Übernahme überspringst du viele dieser Schritte.
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
- Bestehende Kunden und Umsätze vom ersten Tag an
- Erprobtes Produkt mit nachgewiesener Nachfrage
- Vorhandene Infrastruktur: Website, Software, Prozesse, Lieferanten
- Geringeres Marktrisiko, weil das Geschäftsmodell bereits funktioniert
- Schnellerer Einstieg in einen neuen Markt oder eine neue Branche
Dem stehen Risiken gegenüber: versteckte Probleme, Abhängigkeit von Schlüsselpersonen und ein Kaufpreis, der finanziert werden will. Genau deshalb ist eine gründliche Prüfung so wichtig.
Startup kaufen oder selbst gründen?
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Welcher besser zu dir passt, hängt von Budget, Erfahrung und Zeit ab.
Neugründung eignet sich, wenn du:
- eine eigene, neue Idee umsetzen willst
- wenig Kapital, aber viel Zeit mitbringst
- Freude am Aufbau von Grund auf hast
Übernahme eignet sich, wenn du:
- schnell Umsatz erzielen möchtest
- Kapital oder Finanzierungsmöglichkeiten hast
- lieber optimierst und skalierst, als bei null zu beginnen
Viele erfahrene Unternehmer kombinieren beides: Sie kaufen ein kleines, profitables Projekt und bauen darauf ihr eigenes Geschäft auf. Die Grundlagen einer Gründung findest du in unserem Leitfaden zur Existenzgründung.
Investor oder Unternehmer: Welche Rolle passt zu dir?
Bevor du ein Startup kaufst, solltest du klären, welche Rolle du nach der Übernahme spielen willst.
Als aktiver Unternehmer übernimmst du das operative Geschäft selbst. Du entwickelst das Produkt weiter, führst das Team und kümmerst dich um Kunden. Das passt zu dir, wenn du Branchenerfahrung mitbringst und Zeit investieren willst.
Als Investor kaufst du dich ein, überlässt das Tagesgeschäft aber einem Geschäftsführer oder den bisherigen Gründern. Dann sind ein starkes Management und klare Berichtspflichten entscheidend. Diese Rolle eignet sich, wenn du mehrere Beteiligungen halten oder dein Kapital streuen möchtest.
Welche Arten von Startups stehen zum Verkauf?
Nicht jedes Startup ist ein schnell wachsendes Tech-Unternehmen. Auf Marktplätzen findest du ganz unterschiedliche Projekte:
- Online-Shops mit eigenem Sortiment oder Dropshipping
- SaaS- und App-Startups mit wiederkehrenden Einnahmen
- Plattformen und Marktplätze mit Netzwerkeffekten
- Content- und Medienprojekte mit Reichweite
- Geschäftsideen in frühen Phasen, oft mit Prototyp
Einen Überblick über typische Modelle gibt dir unser Beitrag zu den häufigsten Arten von Startup-Unternehmen.
Startup kaufen: So findest du passende Angebote
Gute Übernahmekandidaten findest du an mehreren Stellen:
- Online-Marktplätze für Webprojekte und Startups, etwa die aktuellen Startup-Angebote auf Projektmensa
- Unternehmensbörsen wie nexxt-change, die Nachfolgerinnen und Nachfolger mit Unternehmen zusammenbringt
- Netzwerke: Gründerzentren, Inkubatoren, Business Angels
- Direkte Ansprache von Gründern, deren Produkt du kennst und schätzt
Lege vorher fest, was du suchst: Branche, Größe, Budget und wie viel Zeit du selbst investieren willst. Das spart dir viele unpassende Gespräche.
Die 7 wichtigsten Prüfpunkte vor der Übernahme
Bevor du ein Angebot abgibst, prüfst du das Startup gründlich. Diese Prüfung heißt Due Diligence.

1. Finanzen und Kennzahlen
Lass dir Umsätze, Kosten und Gewinne der letzten zwei bis drei Jahre vorlegen. Achte auf wiederkehrende Umsätze, Kundenkonzentration und Zahlungsmoral der Kunden. Ein Startup, dessen Umsatz an einem einzigen Großkunden hängt, ist riskant.
2. Produkt und Technik
Wie aktuell ist die Technik? Gibt es technische Schulden, die bald teure Investitionen nötig machen? Lass den Code bei Software-Startups von einem unabhängigen Entwickler prüfen.
3. Markt und Wettbewerb
Wächst der Markt oder schrumpft er? Wer sind die wichtigsten Wettbewerber? Ein gutes Produkt in einem sterbenden Markt ist selten ein gutes Investment.
4. Team und Schlüsselpersonen
Viele Startups hängen an den Gründern. Kläre, ob sie nach der Übernahme noch eine Weile mitarbeiten. Prüfe auch die Arbeitsverträge wichtiger Mitarbeiter und mögliche Kündigungsfristen.
5. Rechte und Verträge
Gehören Marke, Domain, Code und Inhalte wirklich dem Unternehmen? Gibt es laufende Lieferanten-, Miet- oder Lizenzverträge, die du übernimmst? Fehlende Rechte sind einer der häufigsten Stolpersteine.
6. Rechtliche Risiken
Prüfe, ob es laufende Rechtsstreitigkeiten, Abmahnungen oder offene Steuerforderungen gibt. Besondere Vorsicht gilt bei der Übernahme eines Geschäfts unter fortgeführter Firma: Nach § 25 HGB kann der Erwerber dann für Altverbindlichkeiten haften.
7. Grund für den Verkauf
Frag offen nach, warum die Gründer verkaufen. Gute Gründe sind etwa ein neues Projekt, fehlende Zeit oder der Wunsch nach einem Exit. Werden Antworten ausweichend, solltest du genauer hinschauen.
Warnsignale: Wann du die Finger davonlassen solltest
Manche Angebote sehen auf den ersten Blick verlockend aus. Diese Warnsignale solltest du ernst nehmen:
- Zahlen lassen sich nicht belegen – es gibt nur Screenshots, aber keine Kontoauszüge oder Zugänge.
- Umsatz stammt aus einer einzigen Quelle, etwa einem Großkunden oder einem einzigen Werbekanal.
- Der Verkäufer drängt zur Eile und will die Prüfung abkürzen.
- Rechte sind ungeklärt: Marke oder Code gehören einem Dritten oder einem ehemaligen Mitgründer.
- Traffic oder Umsatz sind kürzlich eingebrochen, ohne dass es eine schlüssige Erklärung gibt.
- Wichtige Mitarbeiter haben bereits gekündigt oder wollen das Unternehmen verlassen.
Ein einzelnes Warnsignal muss kein Ausschlusskriterium sein. Es sollte dich aber dazu bringen, genauer zu prüfen und den Preis entsprechend anzupassen.
Share Deal oder Asset Deal?
Beim Kauf eines Startups gibt es zwei Grundmodelle:
- Share Deal: Du kaufst die Anteile der Gesellschaft, etwa einer GmbH. Das Unternehmen bleibt mit allen Verträgen, aber auch allen Verbindlichkeiten bestehen. Die Übertragung von GmbH-Anteilen muss nach § 15 GmbHG notariell beurkundet werden.
- Asset Deal: Du kaufst einzelne Wirtschaftsgüter wie Domain, Software, Marke und Kundenstamm. Altlasten bleiben meist beim Verkäufer, dafür müssen Verträge einzeln übertragen werden.
Bei kleineren Webprojekten ist der Asset Deal üblich. Bei größeren Unternehmen mit Mitarbeitern und vielen Verträgen ist oft der Share Deal praktischer. Lass dich hierzu steuerlich und rechtlich beraten.
Den richtigen Preis finden
Der Preis eines Startups hängt von Gewinn, Wachstum und Risiko ab. Bei profitablen Webprojekten arbeitet man häufig mit Multiplikatoren auf den Gewinn. Wie das funktioniert, erklären wir ausführlich im Ratgeber Website-Wert ermitteln.
Bei jungen Startups ohne Gewinn zählen andere Faktoren: Nutzerzahlen, Wachstumsrate, Technologie und Team. Hier bewegt sich der Preis stärker in Verhandlungen.
So verhandelst du den Kaufpreis
Der erste Preis im Inserat ist selten das letzte Wort. Mit diesen Ansätzen verhandelst du fair und erfolgreich:
- Argumentiere mit Fakten: Nutze die Ergebnisse deiner Prüfung, etwa schwankende Umsätze oder technischen Nachholbedarf.
- Verhandle das Paket, nicht nur den Preis: Einarbeitung, Zahlungsweise und Wettbewerbsverbot haben ebenfalls einen Wert.
- Biete Sicherheit: Ein Käufer mit gesicherter Finanzierung und schnellem Zeitplan ist für Verkäufer attraktiv – das ist ein Argument für einen Preisnachlass.
- Bleib respektvoll: Gründer hängen oft emotional an ihrem Projekt. Wer deren Arbeit anerkennt, verhandelt leichter.
- Kenne deine Grenze: Lege vorab fest, ab welchem Preis du aussteigst.
Finanzierung der Übernahme
Nicht jeder kann den Kaufpreis aus eigener Tasche bezahlen. Diese Wege kommen in Frage:
- Eigenkapital und Ersparnisse
- Bankkredite, oft kombiniert mit Förderprogrammen
- Förderkredite für Unternehmensnachfolge, etwa von der KfW
- Verkäuferdarlehen: Der Verkäufer stundet einen Teil des Kaufpreises
- Earn-out: Ein Teil des Preises wird erst bei Erreichen bestimmter Ziele fällig
Vertrag und Übergabe
Steht der Preis, geht es an den Vertrag. Er regelt Kaufgegenstand, Zusicherungen, Haftung und den Ablauf der Übergabe. Welche Klauseln wichtig sind, liest du in unserem Ratgeber zum Kaufvertrag für Websites und Online-Shops.
Plane die ersten 100 Tage nach der Übernahme sorgfältig. Lerne Kunden und Team kennen, bevor du große Änderungen vornimmst. Viele Übernahmen scheitern nicht am Kauf, sondern an überhasteten Umbauten danach. Typische Stolpersteine beschreibt auch unser Beitrag zu den häufigsten Fehlern von Startup-Gründern.

Die ersten 100 Tage nach dem Kauf
Mit dem Vertrag beginnt die eigentliche Arbeit. Ein strukturierter Start verhindert, dass Kunden oder Mitarbeiter verunsichert werden:
- Woche 1–2: Alle Zugänge prüfen, Passwörter ändern, Sicherungen anlegen.
- Woche 2–4: Gespräche mit Team, wichtigen Kunden und Lieferanten führen.
- Monat 2: Prozesse und Kennzahlen verstehen, erste schnelle Verbesserungen umsetzen.
- Monat 3: Eine Strategie für Wachstum entwickeln und größere Änderungen planen.
Kommuniziere die Übernahme offen. Kunden und Partner reagieren meist positiv, wenn sie wissen, dass es weitergeht – und wer ihr neuer Ansprechpartner ist.
Fazit: Startup kaufen mit klarem Plan
Ein Startup zu kaufen kann dir Jahre der Aufbauarbeit sparen. Entscheidend sind eine ehrliche Prüfung, ein fairer Preis und ein sauberer Vertrag. Wenn du gerade suchst, findest du auf Projektmensa Startups, Online-Shops und Webprojekte direkt vom Inhaber – ohne Provision.
Stehst du selbst auf der anderen Seite und möchtest dein Unternehmen abgeben? Dann hilft dir unser Ratgeber Startup verkaufen mit allen Schritten vom Teaser bis zum Notartermin.
Häufige Fragen zum Kauf eines Startups
Wie viel kostet es, ein Startup zu kaufen?
Das hängt von Gewinn, Wachstum und Risiko ab. Kleine Webprojekte gibt es ab wenigen tausend Euro, etablierte Startups mit Team und Umsatz kosten oft sechs- bis siebenstellige Beträge.
Was ist eine Due Diligence beim Startup-Kauf?
Die Due Diligence ist die gründliche Prüfung vor der Übernahme. Du analysierst Finanzen, Technik, Verträge, Team, Markt und rechtliche Risiken, um versteckte Probleme zu erkennen.
Brauche ich einen Notar, um ein Startup zu kaufen?
Wenn du Geschäftsanteile einer GmbH oder UG übernimmst, muss der Vertrag notariell beurkundet werden. Beim Kauf einzelner Wirtschaftsgüter wie Domain und Software reicht ein schriftlicher Vertrag.
Wo finde ich Startups zum Kauf?
Auf Online-Marktplätzen wie Projektmensa, auf Unternehmensbörsen wie nexxt-change, in Gründernetzwerken oder durch direkte Ansprache von Gründern.
Kann ich die Übernahme eines Startups finanzieren?
Ja. Neben Eigenkapital kommen Bankkredite, Förderkredite für Unternehmensnachfolge, Verkäuferdarlehen und Earn-out-Modelle in Frage.
Was ist der Unterschied zwischen Share Deal und Asset Deal?
Beim Share Deal kaufst du die Anteile der Gesellschaft mit allen Rechten und Pflichten. Beim Asset Deal erwirbst du einzelne Wirtschaftsgüter wie Domain, Software und Kundenstamm, während Altlasten meist beim Verkäufer bleiben.







