Existenzgründung

Die 5 häufigsten Arten von Startup-Unternehmen

Startup ist nicht gleich Startup. Manche wollen die Welt verändern, andere ihren Gründern ein gutes Leben ermöglichen, wieder andere entstehen in großen Konzernen. Hier lernst du die fünf häufigsten Arten von Startups kennen und erfährst, welche zu dir passt.

Sophie Krüger 8 Min. Lesezeit Aktualisiert:
Die 5 häufigsten Arten von Startup-Unternehmen
Inhalt
  1. Was ist überhaupt ein Startup?
  2. 1. Skalierbare Startups
  3. 2. Lifestyle-Startups
  4. 3. Social Startups
  5. 4. Corporate Startups und Spin-offs
  6. 5. Tech- und Deep-Tech-Startups
  7. Weitere Startup-Typen im Überblick
  8. Kann sich die Startup-Art verändern?
  9. Welcher Startup-Typ passt zu dir?
  10. Gemeinsamkeiten aller Startup-Arten
  11. Fazit: Die richtige Art von Startup wählen
  12. Häufige Fragen zu den Arten von Startups

Der Begriff Startup ist in aller Munde. Meist denken wir dabei an junge Technologieunternehmen, die mit Millionen von Investoren schnell wachsen wollen. Doch die Gründerlandschaft ist viel vielfältiger. Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Startups – mit verschiedenen Zielen, Geschäftsmodellen, Finanzierungswegen und Wachstumsansprüchen.

Wer gründen möchte, sollte sich früh fragen, welcher Typ Startup er oder sie eigentlich aufbauen will. Davon hängen Finanzierung, Teamgröße, Risiko und auch der persönliche Alltag ab. In diesem Artikel stellen wir dir die fünf häufigsten Arten vor.

Arten von Startups: Gründerteam arbeitet gemeinsam an einer Idee
Foto: Unsplash

Was ist überhaupt ein Startup?

Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Häufig werden Startups über drei Merkmale beschrieben:

  • Jung: Das Unternehmen ist meist jünger als zehn Jahre.
  • Innovativ: Es bietet eine neue Technologie, ein neues Produkt oder ein neues Geschäftsmodell an.
  • Wachstumsorientiert: Es strebt ein deutliches Wachstum bei Mitarbeitenden oder Umsatz an.

Diese Kriterien verwendet zum Beispiel auch der Deutsche Startup Monitor des Startup-Verbands, der jedes Jahr die deutsche Gründerszene untersucht. Ein klassischer Handwerksbetrieb oder ein Café sind nach dieser Definition meist keine Startups, sondern Neugründungen. Die Grenzen sind aber fließend.

1. Skalierbare Startups

Skalierbare Startups sind das, was die meisten Menschen mit dem Begriff verbinden. Ihr Ziel ist es, ein Produkt zu entwickeln, das sich mit vergleichsweise geringen zusätzlichen Kosten an sehr viele Kunden verkaufen lässt – oft weltweit.

Merkmale

  • Großes Wachstumspotenzial: Ziel ist ein großer Markt, häufig international.
  • Digitale oder technologische Basis: Software, Plattformen oder Apps lassen sich besonders gut skalieren.
  • Hoher Kapitalbedarf: Bis das Produkt profitabel ist, braucht es oft mehrere Finanzierungsrunden.
  • Hohes Risiko: Viele scheitern, wenige werden sehr erfolgreich.

Finanzierung

Skalierbare Startups finanzieren sich häufig über Business Angels, Venture Capital, Förderprogramme und später über größere Finanzierungsrunden. Investoren erwarten im Gegenzug Unternehmensanteile und ein starkes Wachstum.

Für wen geeignet?

Für Gründerteams mit großer Vision, hoher Risikobereitschaft und der Bereitschaft, Anteile abzugeben und unter Druck schnell zu wachsen.

2. Lifestyle-Startups

Lifestyle-Startups werden gegründet, um den Gründern ein selbstbestimmtes Leben rund um ihre Leidenschaft zu ermöglichen. Statt maximalem Wachstum stehen Freiheit, Unabhängigkeit und Freude an der Arbeit im Vordergrund.

Merkmale

  • Leidenschaft als Antrieb: Gegründet wird oft rund um ein Hobby oder eine besondere Fähigkeit, etwa Design, Fotografie, Reisen oder Fitness.
  • Überschaubare Größe: Viele bleiben bewusst klein, oft mit wenigen Mitarbeitenden.
  • Flexibilität: Ortsunabhängiges Arbeiten und freie Zeiteinteilung sind häufig wichtige Ziele.
  • Geringerer Kapitalbedarf: Der Start gelingt oft mit eigenen Ersparnissen.

Finanzierung

Meist aus eigenen Mitteln, über Umsätze oder kleinere Kredite. Investoren spielen selten eine Rolle, weil das Wachstumspotenzial begrenzt ist.

Für wen geeignet?

Für Menschen, die unabhängig arbeiten und von ihrer Leidenschaft leben möchten, ohne ein großes Unternehmen aufbauen zu müssen. Viele Content Creator gehören in diese Kategorie – mehr dazu in unserem Beitrag Wie du zum Influencer wirst.

Junges Team bei einem Meeting im Büro
Foto: Unsplash

3. Social Startups

Social Startups, auch Social Entrepreneurs genannt, wollen mit ihrem Unternehmen gesellschaftliche oder ökologische Probleme lösen. Gewinn ist dabei kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck.

Merkmale

  • Wirkung im Mittelpunkt: Ziel ist ein positiver Beitrag, etwa für Umwelt, Bildung, Gesundheit, Inklusion oder Armutsbekämpfung.
  • Wirtschaftliche Tragfähigkeit: Anders als reine Hilfsorganisationen wollen Social Startups sich über ein Geschäftsmodell selbst finanzieren.
  • Wirkungsmessung: Viele messen neben Umsatz auch ihren gesellschaftlichen Beitrag.
  • Besondere Rechtsformen: Neben GmbH oder UG kommen auch gemeinnützige Formen wie die gGmbH oder Genossenschaften infrage.

Finanzierung

Neben Eigenkapital und Umsätzen nutzen Social Startups häufig Förderprogramme, Stiftungsgelder, Impact-Investoren oder Crowdfunding. Das Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland bündelt Informationen und Interessen dieser Szene.

Für wen geeignet?

Für Gründerinnen und Gründer, denen gesellschaftliche Wirkung wichtiger ist als maximaler Gewinn – und die dennoch unternehmerisch denken.

4. Corporate Startups und Spin-offs

Nicht jedes Startup entsteht in einer Garage oder einem Co-Working-Space. Immer mehr Startups werden von etablierten Unternehmen oder Forschungseinrichtungen ins Leben gerufen.

Formen

  • Corporate Startups: Große Unternehmen gründen eigene Einheiten, um neue Geschäftsfelder schneller und flexibler zu erschließen.
  • Spin-offs: Mitarbeitende oder Forschende gründen auf Basis von Wissen, Technologien oder Patenten aus Unternehmen oder Hochschulen ein eigenes Unternehmen.
  • Inkubatoren und Acceleratoren von Konzernen: Programme, in denen externe Startups mit Unterstützung eines Konzerns wachsen.

Merkmale

  • Zugang zu Ressourcen: Kapital, Know-how, Netzwerke und Kunden des Mutterunternehmens.
  • Weniger Risiko für die Gründer: Oft ist das finanzielle Risiko geringer als bei einer freien Gründung.
  • Weniger Freiheit: Entscheidungen müssen häufig mit dem Mutterunternehmen abgestimmt werden.

Für wen geeignet?

Für Menschen, die unternehmerisch arbeiten möchten, aber die Sicherheit und Ressourcen eines großen Partners schätzen. Wie Kooperationen zwischen jungen und etablierten Unternehmen funktionieren, zeigt unser Beitrag über Partnerschaften mit anderen Firmen.

5. Tech- und Deep-Tech-Startups

Tech-Startups entwickeln neue Technologien oder setzen bestehende Technologien auf neue Weise ein. Besonders anspruchsvoll sind sogenannte Deep-Tech-Startups, die auf wissenschaftlichen Durchbrüchen oder aufwendiger Forschung basieren.

Beispiele für Bereiche

  • Software und Künstliche Intelligenz
  • Biotechnologie und Medizintechnik
  • Energie- und Umwelttechnik
  • Robotik und Industrie 4.0
  • Quantentechnologie und neue Materialien

Merkmale

  • Lange Entwicklungszeiten: Gerade bei Deep Tech kann es Jahre dauern, bis ein marktreifes Produkt entsteht.
  • Hoher Forschungs- und Kapitalbedarf: Labore, Spezialisten und Zulassungsverfahren kosten viel Geld.
  • Schutzrechte: Patente spielen häufig eine zentrale Rolle.
  • Großes Potenzial: Erfolgreiche Technologien können ganze Branchen verändern.

Finanzierung

Neben Venture Capital spielen Förderprogramme, Forschungszulagen und öffentliche Investoren eine wichtige Rolle. Viele Tech-Startups entstehen im Umfeld von Hochschulen und profitieren von Gründungsstipendien.

Präsentation eines Geschäftsmodells vor Investoren
Foto: Unsplash

Weitere Startup-Typen im Überblick

Neben den fünf Hauptarten gibt es weitere Einteilungen, die du kennen solltest:

  • Nach Geschäftsmodell: E-Commerce, Software as a Service, Marktplätze, Abo-Modelle oder Plattformen.
  • Nach Zielgruppe: B2B-Startups verkaufen an Unternehmen, B2C-Startups an Verbraucher.
  • Nach Branche: FinTech, HealthTech, FoodTech, PropTech, EdTech oder GreenTech.
  • Buyable Startups: Unternehmen, die von Anfang an mit dem Ziel aufgebaut werden, später verkauft zu werden. Wer sich für den Kauf eines bestehenden Unternehmens interessiert, findet Tipps in unserem Beitrag zum Startup-Kauf.

Kann sich die Startup-Art verändern?

Die Einteilung in Typen ist keine starre Schublade. Viele Unternehmen entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter. Ein Lifestyle-Startup kann zum Beispiel ein Produkt entdecken, das sich plötzlich gut skalieren lässt, und dann Investoren an Bord holen. Umgekehrt entscheiden sich manche Gründer eines wachstumsorientierten Startups bewusst dafür, kleiner zu bleiben und profitabel zu wirtschaften, statt immer neue Finanzierungsrunden einzusammeln.

Auch Mischformen sind häufig. Ein Tech-Startup kann gleichzeitig ein Social Startup sein, wenn es etwa Technologien für die Energiewende entwickelt. Ein Spin-off aus einer Hochschule ist oft zugleich ein Deep-Tech-Startup. Wichtig ist deshalb weniger das Etikett als die Frage, welche Ziele du verfolgst und welche Strategie dazu passt.

Für die Praxis bedeutet das: Überprüfe regelmäßig, ob deine Ausrichtung noch zu Markt, Team und persönlichen Zielen passt. Eine bewusste Kurskorrektur ist kein Scheitern, sondern Ausdruck unternehmerischer Flexibilität. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten – Gründerteam, Mitarbeitende und gegebenenfalls Investoren – diese Richtung mittragen.

Welcher Startup-Typ passt zu dir?

Die Wahl der richtigen Startup-Art hängt von deinen persönlichen Zielen und Rahmenbedingungen ab. Diese Fragen helfen dir bei der Orientierung:

  1. Was ist dein wichtigstes Ziel? Großes Wachstum, Unabhängigkeit, gesellschaftliche Wirkung oder technologische Innovation?
  2. Wie viel Risiko bist du bereit zu tragen? Möchtest du deinen Job kündigen und alles auf eine Karte setzen oder lieber schrittweise starten?
  3. Wie viel Kapital brauchst du? Kannst du aus eigenen Mitteln starten oder bist du auf Investoren angewiesen?
  4. Bist du bereit, Anteile abzugeben? Investoren bringen Geld und Know-how, wollen aber mitbestimmen.
  5. Welche Rolle möchtest du spielen? Willst du ein großes Team führen oder lieber selbst operativ arbeiten?

Ehrliche Antworten auf diese Fragen verhindern, dass du ein Unternehmen aufbaust, das nicht zu dir passt. Unser Leitfaden zur Existenzgründung hilft dir anschließend bei den nächsten Schritten.

Gemeinsamkeiten aller Startup-Arten

So unterschiedlich die Typen auch sind, einige Erfolgsfaktoren gelten für alle:

  • Ein echtes Kundenproblem: Ohne Nachfrage hat auch die beste Idee keine Chance.
  • Ein starkes Team: Ergänzende Fähigkeiten und ein gemeinsames Verständnis der Ziele sind entscheidend.
  • Lernbereitschaft: Erfolgreiche Gründer testen früh, hören auf Kunden und passen ihr Angebot an.
  • Solide Finanzplanung: Liquidität ist für jedes junge Unternehmen überlebenswichtig.
  • Durchhaltevermögen: Rückschläge gehören dazu.

Welche Stolpersteine du vermeiden solltest, erfährst du in unserem Beitrag über die häufigsten Fehler von Startup-Gründern.

Fazit: Die richtige Art von Startup wählen

Startups unterscheiden sich stark in Zielen, Wachstum, Finanzierung und Risiko. Skalierbare Startups wollen schnell groß werden, Lifestyle-Startups ermöglichen ein selbstbestimmtes Arbeiten, Social Startups setzen auf gesellschaftliche Wirkung, Corporate Startups und Spin-offs nutzen die Ressourcen etablierter Organisationen, und Tech-Startups treiben technologische Innovation voran. Keine Form ist besser als die andere. Entscheidend ist, dass Startup-Art, persönliche Ziele und Rahmenbedingungen zusammenpassen.

Häufige Fragen zu den Arten von Startups

Welche Arten von Startups gibt es?

Zu den wichtigsten gehören skalierbare Startups, Lifestyle-Startups, Social Startups, Corporate Startups und Spin-offs sowie Tech- und Deep-Tech-Startups.

Was unterscheidet ein Startup von einer normalen Gründung?

Startups gelten meist als jung, innovativ und auf starkes Wachstum ausgerichtet. Klassische Neugründungen bieten oft bewährte Produkte oder Dienstleistungen an.

Was ist ein Lifestyle-Startup?

Ein Unternehmen, das vor allem gegründet wird, um den Gründern ein selbstbestimmtes Leben rund um ihre Leidenschaft zu ermöglichen, ohne maximales Wachstum anzustreben.

Was ist ein Social Startup?

Ein Startup, das mit einem tragfähigen Geschäftsmodell gesellschaftliche oder ökologische Probleme lösen möchte.

Was ist ein Spin-off?

Eine Ausgründung aus einem Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung, meist auf Basis von dort entwickeltem Wissen oder Technologien.

Welche Startup-Art braucht am meisten Kapital?

In der Regel skalierbare Startups und Deep-Tech-Startups, weil Produktentwicklung, Forschung und Wachstum viel Geld erfordern.

Kann ein Startup mehrere Arten gleichzeitig sein?

Ja. Mischformen sind häufig, etwa ein Tech-Startup mit sozialem Ziel oder ein Hochschul-Spin-off, das zugleich Deep Tech entwickelt.

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