Gründer Interview

Reisebloggen als Power-Duo: Martina und Jürgen über ihre gemeinsame Reise mit PlacesofJuma

Was als Hobby begann, ist heute ein erfolgreiches Business: Martina und Jürgen betreiben den Reiseblog PlacesofJuma. Im Interview sprechen sie über Einnahmequellen, Routenplanung, Thailand und nachhaltiges Reisen. Dazu geben wir einen Überblick, was Gründer vom Reisebloggen lernen können.

David Yilmaz 8 Min. Lesezeit Aktualisiert:
Reisebloggen als Power-Duo: Martina und Jürgen über ihre gemeinsame Reise mit PlacesofJuma
Inhalt
  1. Das Interview mit Martina und Jürgen
  2. Was Gründer vom Reisebloggen lernen können
  3. Mit einem Reiseblog Geld verdienen: Die wichtigsten Modelle
  4. So startest du einen eigenen Reiseblog
  5. Gemeinsam gründen: Reisebloggen als Paar
  6. Die Herausforderungen des Reisebloggens
  7. Fotografie und Ausrüstung
  8. Ein Reiseblog als Unternehmen
  9. Nachhaltiges Reisen als Trend
  10. Fazit
  11. Häufige Fragen zum Reisebloggen

Martina und Jürgen sind die treibende Kraft hinter PlacesofJuma, einem Reiseblog, der anderen Reisenden hilft, die schönsten Orte der Welt zu entdecken. Was als Hobby begann, hat sich inzwischen zu einem echten Erfolgsrezept entwickelt. Ihre Leidenschaft, neue Destinationen zu erkunden und wertvolle Geheimtipps zu teilen, wuchs stetig und führte letztlich zu einem erfolgreichen Business.

Reisebloggen klingt für viele nach Traumjob: reisen, schreiben, fotografieren und damit Geld verdienen. Doch hinter erfolgreichen Reiseblogs steckt vor allem Arbeit – Recherche, Planung, Technik, Suchmaschinenoptimierung und unternehmerisches Denken. Im Interview geben Martina und Jürgen Einblicke in ihren Weg. Im Anschluss fassen wir zusammen, was Gründer daraus lernen können.

Reisebloggen: Blogger arbeitet unterwegs im Zug am Laptop
Foto: Unsplash

Das Interview mit Martina und Jürgen

Stell dich bitte vor und erzähl uns, was genau du machst. Was hat dich dazu inspiriert, in die Welt des Reisebloggings einzutauchen?

Ich bin Martina und führe gemeinsam mit meinem Partner Jürgen den Reiseblog PlacesofJuma. Seit etwa 18 Jahren bereisen wir zusammen die schönsten Orte der Welt. Schon auf unseren ersten Reisen haben wir gemerkt, wie sehr es uns erfüllt, die Atmosphäre und Magie eines Ortes festzuhalten und diese Erlebnisse mit anderen zu teilen. Unsere Leidenschaft, Menschen zu inspirieren und ihnen wertvolle Reisetipps zu geben, ist mit der Zeit immer stärker geworden und hat letztlich dazu geführt, dass aus unserem Hobby ein erfolgreiches Business entstanden ist.

Wie kann man deiner Meinung nach mit Reiseblogging Geld verdienen? Welche Strategien oder Einnahmequellen sind deiner Erfahrung nach am erfolgreichsten?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit einem Reiseblog Geld zu verdienen. Für mich persönlich sind Affiliate-Marketing und Werbepartnerschaften besonders lukrativ. Andere Blogger setzen stärker auf Kooperationen mit Marken oder Destinationen, was ebenfalls eine gute Einnahmequelle sein kann. Auch das Erstellen von Sponsored Content oder Social-Media-Kooperationen kann dabei eine Option sein.

Wie gehst du bei der Planung deiner Reiserouten vor? Welche Tools oder Ressourcen nutzt du, um die besten Reiseziele und Aktivitäten auszuwählen?

Bei der Routenplanung kombiniere ich eigene Erfahrungen mit gründlicher Recherche. Ich lasse mich oft von anderen Reiseblogs, Pinterest, Instagram und Reiseforen inspirieren, aber auch klassische Reiseführer kommen zum Einsatz. Einheimische Empfehlungen, zum Beispiel für Restaurants, helfen mir oft, besondere Geheimtipps zu entdecken. Tools wie Google Maps sind unverzichtbar, um Entfernungen und logistische Details meiner Route zu planen. Für Unterkünfte nutze ich Plattformen wie Booking.com, um das perfekte Hotel zu finden.

Gibt es ein bestimmtes Land oder eine Stadt, die du immer wieder besuchen würdest? Was macht dieses Ziel für dich so besonders?

Ja, Thailand ist ein Land, das mich immer wieder fasziniert. Die Mischung aus pulsierenden Städten, atemberaubenden Nationalparks und traumhaften Stränden ist einzigartig. Besonders die Insel Koh Lanta hat es mir angetan, aber auch Koh Phangan und Koh Lipe sind absolute Highlights. Bei jedem Besuch entdecke ich neue Orte und es gibt immer etwas Spannendes, das darauf wartet, erkundet zu werden.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in deinen Reisen? Welche Maßnahmen ergreifst du, um umweltbewusst zu reisen und die Auswirkungen deiner Reisen auf die Umwelt zu minimieren?

Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt meiner Reisen. Wir versuchen, Flugreisen so gut es geht zu vermeiden, und wenn wir doch fliegen, bleiben wir oft mehrere Monate in einem Zielgebiet, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Bei der Wahl der Unterkünfte setzen wir oft auf kleine, familiengeführte Betriebe, die authentisch und nachhaltig arbeiten. Auch bei Restaurants bevorzugen wir lokale, traditionelle Anbieter. Zudem achte ich darauf, Plastikmüll zu reduzieren und nutze wiederverwendbare Produkte wie Trinkflaschen und Einkaufstaschen.

Boote an einem tropischen Strand in Thailand
Foto: Unsplash

Was Gründer vom Reisebloggen lernen können

Die Geschichte von PlacesofJuma zeigt, dass aus einer Leidenschaft ein tragfähiges Geschäftsmodell werden kann. Einige Erkenntnisse lassen sich auf viele Gründungen übertragen:

  • Ausdauer zahlt sich aus: Erfolgreiche Blogs entstehen über Jahre, nicht über Nacht.
  • Echte Erfahrung ist der Wettbewerbsvorteil: Wer selbst vor Ort war, kann Informationen liefern, die austauschbare Texte nicht bieten.
  • Mehrere Einnahmequellen schaffen Stabilität: Affiliate-Marketing, Werbepartnerschaften und Kooperationen ergänzen sich.
  • Werkzeuge effizient nutzen: Recherche, Planung und Organisation profitieren von digitalen Tools.
  • Werte als Markenkern: Ein klares Bekenntnis, etwa zu nachhaltigem Reisen, schafft Vertrauen und Identifikation.

Mit einem Reiseblog Geld verdienen: Die wichtigsten Modelle

Wie Martina im Interview beschreibt, gibt es verschiedene Wege, mit einem Reiseblog Einnahmen zu erzielen. Ein Überblick:

Affiliate-Marketing. Blogger empfehlen Unterkünfte, Touren, Ausrüstung oder Versicherungen und erhalten eine Provision, wenn Leser über ihre Links buchen oder kaufen. Entscheidend sind glaubwürdige Empfehlungen und eine transparente Kennzeichnung.

Werbung. Display-Anzeigen bringen Einnahmen, sobald ein Blog ausreichend Besucher hat. Je mehr qualifizierter Traffic, desto höher die Erlöse.

Kooperationen mit Destinationen und Marken. Tourismusverbände, Hotels oder Ausrüster arbeiten mit Bloggern zusammen, um ihre Angebote vorzustellen.

Social Media. Kooperationen auf Instagram, YouTube oder TikTok ergänzen den Blog und erschließen neue Zielgruppen.

Eigene Produkte. Reiseführer als E-Book, Fotodrucke, Reiseplanungsdienste oder Workshops schaffen zusätzliche Einnahmen.

Wichtig ist bei allen Modellen die Transparenz: Werbliche Inhalte und bezahlte Kooperationen müssen für Leser klar erkennbar gekennzeichnet sein. Orientierung bieten die Leitfäden der Medienanstalten.

So startest du einen eigenen Reiseblog

Wer selbst mit dem Reisebloggen beginnen möchte, sollte strukturiert vorgehen:

  1. Nische finden: Bestimmte Regionen, Reisestile wie Familienurlaub oder Langzeitreisen, Budgetreisen oder Luxus.
  2. Technische Basis schaffen: Eigene Domain, schnelles Hosting und ein übersichtliches Design.
  3. Hochwertige Inhalte erstellen: Ausführliche Reiseberichte, praktische Tipps, Routen, Kosten und eigene Fotos.
  4. Suchmaschinenoptimierung lernen: Viele Leser finden Reiseblogs über Google. Wie du passende Suchbegriffe findest, erklärt unser Ratgeber zur Keyword-Recherche.
  5. Social Media und Newsletter aufbauen: Unabhängige Kanäle schaffen Stabilität.
  6. Geduld haben: Bis ein Blog nennenswerte Einnahmen erzielt, vergehen meist Jahre.

Viele Prinzipien gelten auch für andere spezialisierte Websites. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber über Nischenseiten.

Reisendes Paar fotografiert Heißluftballons
Foto: Unsplash

Gemeinsam gründen: Reisebloggen als Paar

Martina und Jürgen betreiben ihren Blog als Duo. Das hat viele Vorteile: Aufgaben lassen sich nach Stärken verteilen, etwa Texte, Fotografie, Technik oder Kooperationen. Unterwegs kann einer recherchieren, während der andere fotografiert. Gleichzeitig verschwimmen bei Paaren, die gemeinsam arbeiten und reisen, die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben besonders stark.

Bewährt haben sich bei solchen Konstellationen klare Zuständigkeiten, feste Arbeitszeiten auch auf Reisen und bewusste Auszeiten ohne Kamera und Laptop. Wer gemeinsam gründet, sollte außerdem früh vertraglich regeln, wem welche Rechte am Blog gehören und wie Einnahmen verteilt werden. Das gilt für Paare ebenso wie für befreundete Gründungsteams.

Die Herausforderungen des Reisebloggens

So verlockend der Beruf klingt, er bringt auch Herausforderungen mit sich:

  • Hoher Zeitaufwand: Ein ausführlicher Reisebericht mit Fotos, Karten und praktischen Tipps kann viele Stunden Arbeit bedeuten.
  • Abhängigkeit von Suchmaschinen: Änderungen an Algorithmen können den Traffic stark beeinflussen.
  • Unregelmäßige Einnahmen: Saisonale Schwankungen und Krisen wie Reisebeschränkungen wirken sich direkt aus.
  • Aktualität: Preise, Öffnungszeiten und Verbindungen ändern sich, Artikel müssen regelmäßig überarbeitet werden.
  • Konkurrenz: Viele Destinationen sind bereits ausführlich beschrieben, echte Mehrwerte sind gefragt.

Wer diese Punkte kennt und einplant, kann gezielt gegensteuern, etwa durch mehrere Traffic-Quellen, Rücklagen und eine klare inhaltliche Positionierung.

Fotografie und Ausrüstung

Bilder sind für Reiseblogs entscheidend. Sie wecken Emotionen und zeigen, was Leser vor Ort erwartet. Professionelle Ausrüstung ist dabei weniger wichtig als ein gutes Auge, das richtige Licht und eigene, unverwechselbare Motive. Viele Blogger arbeiten mit einer Kombination aus Kamera, Smartphone und gelegentlich Drohne, wobei für Drohnen in vielen Ländern strenge Regeln gelten. Ebenso wichtig sind eine zuverlässige Datensicherung unterwegs und eine sorgfältige Bildbearbeitung.

Ein Reiseblog als Unternehmen

Sobald ein Reiseblog regelmäßig Einnahmen erzielt, ist er ein Unternehmen – mit allen Pflichten. Dazu gehören Gewerbeanmeldung, Steuern, Impressum, Datenschutzerklärung und die korrekte Kennzeichnung von Werbung. Reisekosten können unter bestimmten Voraussetzungen als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, wenn ein klarer beruflicher Zusammenhang besteht. Hier lohnt sich die Beratung durch eine Steuerberatung.

Ein erfolgreicher Blog ist außerdem ein Vermögenswert. Wie Käufer den Wert einer Website einschätzen, erklärt unser Ratgeber Website-Wert ermitteln.

Nachhaltiges Reisen als Trend

Martina und Jürgen setzen auf längere Aufenthalte, kleine familiengeführte Unterkünfte und lokale Restaurants. Damit liegen sie im Trend: Immer mehr Reisende achten auf ihren ökologischen Fußabdruck und suchen authentische Erlebnisse statt Massentourismus. Für Reiseblogger ist das eine Chance, sich mit glaubwürdigen Empfehlungen zu positionieren und Leser zu erreichen, die bewusst reisen möchten. Dazu gehört, ehrlich über die Schattenseiten des Tourismus zu berichten, Alternativen zu überlaufenen Orten aufzuzeigen und lokale Anbieter sichtbar zu machen, die sonst kaum wahrgenommen würden.

Fazit

PlacesofJuma zeigt, wie aus jahrelanger Reiseleidenschaft ein erfolgreiches Business entstehen kann. Echte Erfahrung, gründliche Recherche, mehrere Einnahmequellen und klare Werte wie Nachhaltigkeit sind die Bausteine. Wer selbst mit dem Reisebloggen starten möchte, braucht vor allem Ausdauer, Qualität und unternehmerisches Denken.

Häufige Fragen zum Reisebloggen

Kann man mit Reisebloggen Geld verdienen?

Ja. Typische Einnahmequellen sind Affiliate-Marketing, Werbung, Kooperationen mit Destinationen und Marken, Social-Media-Partnerschaften und eigene Produkte.

Wie lange dauert es, bis ein Reiseblog Geld verdient?

Meist mehrere Jahre. Entscheidend sind Qualität, Ausdauer, Suchmaschinenoptimierung und der Aufbau einer treuen Leserschaft.

Welche Tools nutzen Reiseblogger zur Planung?

Zum Beispiel Kartendienste für Routen und Entfernungen, Buchungsplattformen für Unterkünfte, andere Reiseblogs, Pinterest, Instagram, Reiseforen und klassische Reiseführer.

Wie reisen Blogger nachhaltiger?

Durch weniger Flüge, längere Aufenthalte, kleine familiengeführte Unterkünfte, lokale Restaurants und die Vermeidung von Plastikmüll.

Muss ich als Reiseblogger ein Gewerbe anmelden?

Sobald du regelmäßig Einnahmen erzielst, in der Regel ja. Kläre steuerliche Fragen am besten mit einer Steuerberatung.

Müssen Kooperationen auf Reiseblogs gekennzeichnet werden?

Ja. Bezahlte Kooperationen, Werbung und Affiliate-Links müssen für Leser klar als solche erkennbar sein.

Welche Ausrüstung brauchen Reiseblogger?

Wichtiger als teure Technik sind gute Motive, das richtige Licht und eine zuverlässige Datensicherung. Viele Blogger kombinieren Kamera und Smartphone. Für Drohnen gelten in vielen Ländern strenge Regeln.

Lohnt es sich, einen Reiseblog zu zweit zu betreiben?

Ja, Aufgaben lassen sich nach Stärken verteilen. Wichtig sind klare Zuständigkeiten, bewusste Auszeiten und eine vertragliche Regelung zu Rechten und Einnahmen.

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